Rund um den Irish – Dispositionen

Hier gibt’s Gott sei Dank wenig zu sagen, denn der Irish Terrier ist wirklich eine der gesündesten Rassen überhaupt. Er leidet weder unter rassetypischen Defekten (d. h. bei > 10% der Gesamtpopulation, z. B. Hüftgelenkdysplasie – HD bei größeren Hunderassen, Patella-Luxation oder gar organische Schäden) noch ist er besonders anfällig für Krankheiten.

Einzige „rassetypische” Krankheit ist die Digitale Hyperkeratose, auch Corny Feet genannt. Hier handelt es sich um einen genetischen Defekt, der die Pfotenballen verhärten, stark rissig und somit äußerst schmerzempfindlich werden lässt, verbunden mit einem erhöhten Krallenwachstum. Ganz selten (< 0,4 % der Gesamtpopulation) tritt diese Krankheit immer wieder mal auf. Heilbar ist sie leider nicht. Seit dem Frühjahr 2014 existiert ein Gentest, der zeigt, ob eine Hündin oder ein Rüde Träger dieser Krankheit ist. „Träger“ dürfen nur mit „Freien“ und selbstverständlich „Freie“ mit „Freien“ verpaart werden. In verantwortungsvollen Zuchtstätten sollte die Digitale Hyperkeratose also kein Thema mehr sein. Unsere Hunde tragen dieses Defektgen nicht und können somit auch keine kranken Hunde hervorbringen. Weitere Informationen siehe unten ...

Ein weiterer Gendefekt ist die Cystinurie, eine Stoffwechselkrankheit, bei der es zu einer erhöhten Ausscheidung der Aminosäuren über die Nieren und den Darm kommt. Die Folge ist eine Ausfällung von Cystin in der Niere, was zur Steinbildung führen kann und dann eine eingeschränkte Nierenfunktion zur Folge hat. Diese Steine müssen operativ entfernt werden und die anschließende, lebenslange Behandlung umfasst unter anderem hohe Flüssigkeitszufuhr sowie eine cystinarme, d. h. proteinarme Diät. Ebenfalls hat sich bei Rüden eine Kastration bewährt.

Laut Untersuchungen der TH Hannover sind zu über 98 % nur Rüden betroffen. Bei ca. 4,7 % aller Irish tritt dieser Defekt auf. Andere Rassen weisen eine deutlich höhere Quote auf, wie z. B. Dackel (23,5 %), Neufundländer (>20 %) oder auch die für so gesund gehaltenen Mischlinge (17,6 %).

Der Irish Terrier ist ein wirklich zäher Knochen und lässt sich seine Schmerzen, wenn er denn mal welche hat, nicht anmerken.

Trotz aller Robustheit gilt es natürlich, seinen Hund genau zu beobachten und selbst kleinen Veränderungen im Wesen bzw. am Körper auf den Grund zu gehen.

Vom Welpenalter an sollte er deshalb täglich auf einen Tisch gestellt werden. Hier lernt er das ruhige Stehenbleiben für die unerlässliche Fellpflege und Untersuchungen am gesamten Körper inkl. Fang und Ohren (auch wichtig für Tierarztbesuche!) – dabei immer ausgiebig loben.

Beachtet man, wie unter Gesundheitstipps beschrieben, die Grundregeln der Hundehaltung, wird man in der Regel an seinem Irish Terrier lange Freude haben.



Corny Feet

Das Schreckgespenst „Corny Feet“ (Digitale Hyperkeratose) beim Irish Terrier ist schon lange keines mehr. Gerne wurde und wird es immer noch als Druck- und Einschüchterungsmittel genutzt, um andere Zuchtstätten zu diskreditieren und Welpenkäufer zu verunsichern.

Was genau ist eigentlich Corny Feet? Diese Krankheit, die in den letzten Jahren in Deutschland nicht mehr auftrat und auch weltweit auf dem Rückzug ist, kann Hunde beiderlei Geschlechts betreffen. Es handelt sich um eine Erbkrankheit, bei der der Hund unter rissigen Pfoten leidet, die ihm bei jedem Schritt Schmerzen verursacht. Heilbar ist Corny Feet nicht. Ein Hund leidet ein Leben lang darunter. Einher geht diese Krankheit mit einem starken Krallenwachstum, verstärkter Hornhautbildung und meistens auch mit einem auffälligen Fell, das für den Laien „nicht gesund“ aussieht – es fehlen die gewünschte, kräftige Struktur, oftmals Unterwolle und betroffene Hunde zeigen eine eher gräuliche Fellfarbe.

In der Tat ist Corny Feet keine schöne Sache und es gilt, auch nichts zu beschönigen. In der Vergangenheit haben verantwortungsvolle Zuchtstätten die Elterntiere, die CF vererbt haben, aus der Zucht genommen. Auch wurde mit Wurfgeschwistern von betroffenen Hunden nur sehr vorsichtig weitergezüchtet. So hat man im Laufe der Zeit durch Selektion die Krankheit gut in den Griff bekommen.

Doch wie entsteht Corny Feet? Beide Elterntiere müssen Anlageträger sein, damit Hunde an CF erkranken. Dabei zeigen die Elterntiere keine Anzeichen auf rissige Pfoten und sind auch selbst gesund, können die Krankheit jedoch an ihre Nachkommen weitergeben. Man spricht also von einem autosomal rezessiven Erbgang.

Andere Rassen haben ebenfalls solche autosomal rezessiven Krankheiten wie zum Beispiel die Kupferspeicherkrankheit beim Bedlington Terrier oder die Von-Willebrand-Krankheit beim Manchester Terrier. Gerade diese beiden Rassen machen uns vor, wie man seriös und auch züchterisch sinnvoll mit autosomal rezessiven Krankheiten umgehen kann – vor allem, wenn man wie im Fall bei den Irish Terriern einen eindeutigen Gentest vorliegen hat.

Der Genpool der Irish Terrier ist – wie bei fast allen Rassen – mit der Zeit immer kleiner geworden und droht weiter zu schrumpfen. Deshalb ist es enorm wichtig, mit möglichst vielen, unterschiedlichen und gesunden Hunden zu züchten.

Anlageträger, die CF vererben könnten, sind per se gesund und mit dem richtigen Partner, der natürlich kein Anlageträger sein darf, werden nur gesunde Hunde geboren. Mit kranken Hunden darf laut Tierschutzgesetz nicht gezüchtet werden und zudem muss jeder Irish auch durch die Zuchtzulassung, in der nochmals die Pfoten auf Auffälligkeiten untersucht werden. Zudem muss ein Gentest seit 2017 vorgelegt werden. Die Aussage mancher „Züchterkollegen“, dass „andere“ mit kranken Hunden züchten, ist also schlicht und ergreifen eine ganz billige und falsche Denunziation. Hier wird der Begriff „erbkrank“ (= Anlageträger) mit „erkrankt“ gleichgesetzt – was faktisch falsch ist – und damit Welpenkäufer ganz bewusst verunsichert.

Als Züchter haben wir zwei Möglichkeiten, um gesunde Welpen zu züchten:

1. Kein Anlageträger x Kein Anlageträger = Gesunde Welpen, die keine Anlageträger sind
2. Anlageträger x Kein Anlageträger = Gesunde Welpen, die zum Teil Anlageträger, zum Teil kein Anlageträger sind.

Das Risiko, einen CF-kranken Welpen zu züchten ist damit gleich Null! Vorausgesetzt, die Elterntiere sind getestet. Ein Test kostet übrigens nur 68 Euro pro Hund bei www.antagene.com.

Es gibt vereinzelt noch Tiere, die Anlageträger sind und mit denen gezüchtet wird. Mit Hilfe des Gentests kann jedoch garantiert werden, dass keine kranken Welpen zur Welt kommen. Jeder gesunde Irish Terrier, der die Kriterien der Zuchtzulassung erfüllt, ist für den Genpool wertvoll – auch die Anlageträger, die mit dem richtigen Partner gesunde Welpen hervorbringen!

Sinn und Zweck des Gentests ist es 1. die Anlageträger eindeutig zu identifizieren 2. eine Entscheidungshilfe für Verpaarungen zu liefern und 3. mit der Zeit das schadhafte Gen gänzlich in der Rasse zu eliminieren.

Verunsicherte Welpenkäufer brauchen also bei ihrem Züchter nur nach dem Gentest zu fragen oder lassen sich ihn am besten zeigen. Verantwortungsvolle Züchter testen ihre Hunde sowieso vor Zuchteinsatz und haben sicherlich keine Scheu, dies auch zu belegen. Und aufgeklärte Welpenkäufer lassen am besten die Finger von Züchtern, die versuchen, mit dem vermeintlichen Unwissen der Welpenkäufer, andere Zuchtstätten durch bewusste Falschinformation in Verruf zu bringen.

Wie schön, dass es den Gentest gibt! Und wie schön, dass es Irish Terrier gibt, eine der gesündesten Rassen überhaupt!