Rund um den irish – Das Trimmen

Einer der größten Vorteile des Irish – er haart und riecht nicht und hat keinen Fellwechsel – ist auch eines seiner größten Mankos, denn er muss ca. drei bis vier mal im Jahr getrimmt werden.

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“ Diese Weisheit mussten wir beim Trimmen mit vielen Rückschlägen erfahren.

 

Besonders schwierig gestaltet sich das gezielte Ausdünnen und Halten der Ausstellungskondition. Einfacher ist da das komplette Abtrimmen des Hundes, wie es für Familienhunde ca. alle 12 Wochen ansteht (entweder selbst trimmen oder zu einem guten Trimmer gehen – nicht in einen Hundesalon!, denn da wird geschoren und geschnitten, und das Haarkleid wird auf Dauer ruiniert).

 

Beim Trimmen werden kleine Haarbüschel des abgestorbenen Deckhaares mit einem Trimm-Messer oder mit den Fingern gerupft. Der ganze Trimmvorgang dauert bei uns ca. 3–4 Stunden. Erfahrene Trimmer benötigen z. T. erheblich weniger Zeit.

 

Der Anfänger braucht eher mehr. Und vor allem viel Geduld und Nerven, denn anfänglich trimmt man ungleichmäßig und oft Löcher in das Haarkleid. Zudem fehlen einem die richtigen Griffe und Kniffe. Ganz abgesehen von der Vorstellung, wie überhaupt der Irish nach dem Trimmen aussehen soll.

 

Am besten lernt man von einem erfahrenen Trimmer. Danke Edel und Ingrid für eure Geduld und Hilfe! Wichtig sind neben Ausdauer und Spaß an der Freude auch die richtigen Werkzeuge. Lieber einmal etwas mehr in die richtigen Messer, Kämme und Co. investiert, als später doppelt zahlen müssen. Zumal man mit hochwertigem Material professioneller und entspannter arbeiten kann. Fragen Sie am besten bei Ihrem Züchter nach geeigneten Bezugsquellen. Rechnen sollten Sie für eine Erstausstattung zwischen 150 und 200 Euro.

 

Folgend eine Trimm-Anleitung von Gräfin Stauffenberg, der Grande Dame der deutschen Irish-Zucht (mit freundlicher Genehmigung des KfT, erschienen im „Der Terrier“, März 1980).



Allgemeines

Ich beginne hinter dem Kopf am Hals zu trimmen und arbeite mich von da aus gleichmäßig über den Rücken durch. Zum Trimmen nimmt man ein kleines Büschel Haare zwischen Daumen und Trimm-Messer und rupft es flach über den Körper ziehend, ohne jede Drehung, mit dem Strich heraus.

Das Trimmen sollte so stumpf wie möglich geschehen, damit das Haar gerupft und nicht geschnitten wird. Denn geschnittenes Haar verliert nicht nur seine Farbintensität, da die dunklen Spitzen abgeschnitten werden, sondern auch die Härte.

Ein in erstklassiger Ausstellungskondition getrimmter IT darf keine Schere zeigen. Für das alltägliche Trimmen aber kann man an einigen empfindlichen, nicht oberflächlichen Stellen Trimm-Schere und scharfe Trimm-Messer so anwenden, dass das Deckhaar dennoch seine Farbe und Qualität behält.


Kopf & Hals


1. Schädel und Backen trimmt man so kurz wie möglich.
Hier darf keine Doppelhaarschicht bleiben, damit die äußerste Feinheit zur Geltung kommt.

2. Über den Augen bleiben kurze, nicht zu buschige Augenbrauen stehen. Sie sind innen länger und voller und verfeinern und verkürzen sich in den Augenwinkeln hinein auslaufend.

3. Zwischen den Augen trimmt man eine Idee vor, was einen schärferen Ausdruck bewirkt.

4. Die Partie unter den Augen zu den Lefzen hin wird fein in den Bart hinein in einer Linie verlaufend ausgeglichen.

5. Der Bart selbst soll den kräftigen Fang zwar betonen, darf aber nicht zu lang sein (= weicher Ausdruck) und muss gut egalisiert sein.

6. Der Unterkiefer, von der Kehle bis zu den Mundwinkeln, wird so kurz wie möglich getrimmt und führt von hier aus voller werdend gleichmäßig auslaufend in den Bart hinein.

7. Auch die untere Halspartie, über die Kehle zur Vorbrust, wird ganz kurz gehalten und kurz aber egalisierend in die Schulter und Schulterblattgegend getrimmt.

12. Die Ohren werden innen und außen ganz kurz getrimmt, die Ränder sollen in einer klaren V-Spitze auslaufen.

15. Die Halsseiten, Halskrause und Halsunterseite werden wieder auslaufend ganz kurz getrimmt.


Brust & Vorderläufe


8. Übergänge zur Brust und den Vorderläufen sorgfältig bearbeiten und egalisieren.

9. Die Vorderläufe werden von totem Haar befreit und ringsherum säulenartig egalisiert. Weiches Haar unter den Achseln kann geschnitten werden.

10. Die Ellenbogen kurz und ausgeglichen.

11. Die Pfoten werden an den Rändern kurz und rund getrimmt, auslaufend und übergangslos in die Beinbehaarung eingehend. Die Haare zwischen den Ballen werden ausgeschnitten.

17. An der Unterbrust bleibt dem Brustprofil folgend das Haar dicht, aber in Form gebracht, stehen, zur Betonung der Tiefe.



Rücken, Bauch & Behind


13. Unmittelbar hinter dem Kopf und Ohren trimmt man zunächst noch ziemlich kurz, um

14. langsam, gradweise länger werdend, in die Nacken-Widerrist- und Rückenlinie überzugehen, wo das harte, griffige Haar voll zur Geltung kommen muss.

16. Auf gleichmäßige Übergänge vom Rücken zum Körper, dessen Seitenpartien etwas knapper gehalten werden, sorgfältig achten.

18. Der Übergang von den kurz gehaltenen Lenden zu den volleren Schenkeln muss fein ausgearbeitet werden.

19. Das Haar um den After herum und an der Rückseite der Schenkel wird zur Betonung der kraftvollen Hinterhand ganz kurz getrimmt.

20. Die Außenseiten der Hinterhand sind bedeckt mit harschem Haar. Keine Pluderhosen stehen lassen! Gleichmäßige Linienführung, übergängig.

21. Die Innenseiten werden bis in den Bauch hinein gut ausgesäubert.

22. Die Beinbehaarung säulenartig egalisieren.

23. Die Sprunggelenkhöcker zur Betonung der Winkelung
kurz trimmen, mit gutem Übergang zur Mittelfußbehaarung. (Pfoten wie unter 11.)

24. Die Rute wird an der Unterseite kürzer gehalten, oben ist sie mit harschem Haar bedeckt. Fransen und Ungleichmäßigkeiten werden egalisiert. Sie wird vom Ansatz bis zur Spitze gleichmäßig durchgearbeitet und verjüngt sich zur Rundung der Spitze. Vorsicht, dass in etwa der Mitte der Rutenoberfläche keine Kahlstelle entsteht, wo sich üblicherweise eine kleine kaum behaarte Stelle befindet.